Julfest

Veröffentlicht am 21. Dezember 2025 um 14:44

Julfest

Wenn das Licht aus der tiefsten Dunkelheit neu geboren wird

Entdecke das Julfest – ein altes germanisches Jahreskreisfest zur Wintersonnenwende, voller Rituale, Farben, Symbole und Naturweisheit. Erfahre, welche Bedeutung die Raunächte, Frau Holle und der Hollerbusch haben, wie du einen Julfest-Altar gestalten kannst und welche Edelsteine, Räucherungen und das 13 Wünsche Ritual dich in dieser besonderen Zeit begleiten.

 

Das Julfest ist eines der ältesten bekannten Jahreskreisfeste der nordischen und germanischen Kulturen. Es geht zurück auf eine Zeit, in der der Mensch noch eng mit den Rhythmen der Natur verbunden war und das Überleben unmittelbar vom Lauf der Sonne, den Jahreszeiten und der Kraft der Erde abhing. Gefeiert wurde das Julfest zur Wintersonnenwende, meist um den 21. oder 22. Dezember, wenn die Nacht am längsten und der Tag am kürzesten ist.
Für unsere Vorfahren war dieser Moment von tiefer spiritueller Bedeutung. Die Sonne hatte ihren tiefsten Stand erreicht, die Dunkelheit schien zu überwiegen, doch genau hier lag der Wendepunkt. Von nun an begann das Licht langsam zurückzukehren. Das Julfest markierte damit nicht nur das Ende eines alten Sonnenjahres, sondern auch die Wiedergeburt der Sonne und den Beginn eines neuen Zyklus.


Ursprung und ursprüngliche Bedeutung des Julfestes
Der Begriff Jul oder Jol entstammt alten germanischen Sprachräumen und bezeichnete ursprünglich eine Zeit des Übergangs. Das Julfest war kein einzelner Tag, sondern ein Zeitraum, der mehrere Nächte um die Wintersonnenwende umfasste. In dieser Phase zog sich das Leben zurück, Felder ruhten, Menschen lebten von ihren Vorräten und suchten Schutz vor Kälte und Dunkelheit.
Zentral war dabei das Feuer. Es stand für Leben, Wärme und Schutz, vor allem aber für die Sonne selbst. Der Julblock, ein großes Holzscheit, wurde entzündet und sollte über mehrere Tage hinweg brennen. Seine Flammen symbolisierten das fortbestehende Sonnenfeuer und sollten schützende Kraft entfalten. Die Asche des Julblocks wurde später oft auf Felder gestreut oder im Haus aufbewahrt, um Fruchtbarkeit und Schutz für das kommende Jahr zu erbitten.
Das Julfest war zugleich eine Zeit der Dankbarkeit, der Ahnenverehrung und der bewussten Einkehr. Die Dunkelheit wurde nicht als Bedrohung verstanden, sondern als notwendige Phase der Ruhe, aus der neues Leben entstehen konnte.

 

Die Essenz des Julfestes
Das Julfest erinnert daran, dass Dunkelheit kein Gegenspieler des Lichts ist, sondern dessen Ursprung. Sie schenkt Ruhe, Tiefe und Erkenntnis. Erst aus ihr kann Neues entstehen. Das Julfest lädt dazu ein, still zu werden, sich mit der Natur zu verbinden und den Neubeginn achtsam zu begrüßen.

Der Julfest Altar
Ein Altar zum Julfest ist ein Ort der Einkehr. Diesen kannst du mit Kerzen (grün, rot, gold, weiss) oder/und einem Sonnenzeichen (z.B. getrocknete Orangenscheiben) als Symbol der wiederkehrenden Lichtkraft gestalten. Ergänzt wird der Altar durch Tannenzweige, Zapfen, Steine, getrocknete Kräuter oder kleine Gaben wie Brot oder Nüsse. Edelsteine (Schneeflockenobsidian, Granat, Blutstein, Rubin) können die energetische Ausrichtung unterstützen und den Raum für Rituale und stille Momente öffnen.

Auch passendes Räucherwerk (Kiefer, Fichte, Zeder, Myrrhe, Zimt, Nelke) ist hier eine tolle Option.

Farben und ihre Bedeutung im Julfest
Die Farben des Julfestes spiegeln die Natur dieser Zeit wider. Grün steht für das immerwährende Leben der Pflanzen, Rot für Lebenskraft, Wärme und Schutz, Gold für die Sonne und das göttliche Licht, Weiß für Klarheit, Schnee und den stillen Neubeginn. Diese Farben können bewusst in Kerzen, Tüchern oder Naturmaterialien aufgegriffen werden.

 

Räucherwerk zur Julzeit
Das Räuchern hatte im Julfest eine reinigende und schützende Funktion. Kiefer und Fichte standen für Licht und Reinigung, Zeder für Schutz, Myrrhe für spirituelle Klärung, Zimt und Nelke für Wärme und Lebenskraft. Der Rauch half, Gedanken zu ordnen und Raum für neue Intentionen zu schaffen.

Edelsteine zum Julfest
Schneeflockenobsidian unterstützt Klarheit in dunklen Phasen, Granat stärkt Lebenskraft und Mut, Blutstein wirkt schützend und erdend, Rubin fördert Herzenergie und innere Wärme. Sie können auf dem Altar liegen oder während stiller Rituale in der Hand gehalten werden.

 

Ein einfaches Ritual zum Julfest
In der längsten Nacht des Jahres kann eine einzelne Kerze entzündet werden. In der Stille wird das vergangene Jahr verabschiedet und bewusst losgelassen, was nicht mit ins neue Jahr genommen werden soll. Gerne kannst du das alles auf einen Zettel schreiben und verbrennen. Bitte in einer feuerfesten Schale! Für die Sicherheit und dafür dass nichts anfängt zu brennen, was nicht brenne soll, bist du selbst verantwortlich. Danach richtet sich der Blick auf das neue Licht und das, was wachsen möchte. Visualisiere im Kerzenlicht gern alles ganz in Ruhe was nun wachsen darf. Die Kerze darf so lange brennen bis sie abgebrannt ist, oder so lange wie es sich für dich stimmig anfühlt. Bitte achte auch hier auf deine Sicherheit und das am Ende nicht sin Flammen steht. Das entzünden der Kerze und das Visualisieren dessen was wachsen darf, soll als Zeichen des Vertrauens in den neuen Sonnenzyklus dienen.

Bringe auch gern Wünsche für dein Tier mit ein und mach es dir im Anschluss mit ihm gemütlich und sei einfach da und genieße eure gemeinsame Zeit.


Das Julfest und die Zeit der Raunächte
Untrennbar mit dem Julfest verbunden ist die Zeit der Raunächte, jene besonderen Nächte zwischen den Jahren, die als eine Phase außerhalb der gewöhnlichen Ordnung galten. Diese Zeit wurde als Schwellenzeit erlebt, in der die Grenzen zwischen den Welten durchlässiger waren und Träume, Zeichen und innere Bilder eine besondere Bedeutung erhielten.
In den Raunächten ruhte die Arbeit weitgehend. Es wurde geräuchert, um Haus, Hof, Mensch und Tier zu schützen, und die kommenden Monate des neuen Jahres wurden symbolisch erspürt. Jede Nacht stand sinnbildlich für einen Monat des neuen Jahres. Gerade Tiere galten in dieser Zeit als besonders feinfühlig gegenüber den veränderten Energien.
An dieser Stelle findest du in meinem separaten Blogbeitrag über die Raunächte mit Hund eine vertiefende Betrachtung dazu, wie du diese Zeit gemeinsam mit deinem Tier wahrnehmen und wie sie achtsam begleitet werden können.


Frau Holle und der Hollerbusch in der Zeit des Julfestes
In der Zeit um das Julfest und die anschließenden Raunächte taucht in vielen mitteleuropäischen Überlieferungen die Gestalt Frau Holle auf. Sie ist keine klassische Julgöttin im Sinne der Sonnenverehrung, dennoch verkörpert sie jene Phase, die das Julfest einleitet. Frau Holle steht für die dunkle Jahreszeit, für Übergang, Vergehen und Ordnung innerhalb des natürlichen Kreislaufs. Sie gilt als Hüterin der Schwelle, als jene Kraft, die über das Dazwischen wacht, wenn das alte Jahr endet und das neue noch nicht begonnen hat.

Ihr wird das Fallen des Schnees zugeschrieben, das Ruhen der Erde und das Stillwerden der äußeren Welt. Gleichzeitig wacht sie über Mensch und Tier und darüber, dass diese Zeit respektvoll begangen wird. Viele Überlieferungen der Raunächte, etwa das Unterlassen bestimmter Arbeiten, gehen auf diese Vorstellung zurück. Die dunkle Zeit war nicht für Aktivität gedacht, sondern für Rückzug, Innenschau und Achtung gegenüber den unsichtbaren Kräften.
Eng verbunden mit Frau Holle ist der Hollerbusch, der Holunder. Sein Name weist bereits auf diese Beziehung hin. Der Holunder galt als heiliger Schwellenbaum, als Verbindung zwischen den Welten. Man pflanzte ihn nahe am Haus, um Schutz zu erbitten, und behandelte ihn mit großer Ehrfurcht. Unter dem Holler wurden Bitten gesprochen oder Opfergaben niedergelegt, insbesondere in Zeiten des Übergangs.
Gerade in der Julzeit und während der Raunächte wurde der Holler als besonders kraftvoll wahrgenommen. Er steht für Tod und Wiedergeburt, für Abschied und Neubeginn und spiegelt damit auf pflanzlicher Ebene das wider, was das Julfest auf kosmischer Ebene symbolisiert. Frau Holle und der Hollerbusch gehören nicht als zentrale Elemente zum Julfest, wohl aber als Hüter der Übergangszeit, die dieses Fest umgibt.



Das 13 Wünsche Ritual als Brücke ins neue Sonnenjahr
Ein stilles Ritual, das gut in die Zeit des Julfestes und der Raunächte passt, ist das 13 Wünsche Ritual. Dazu werden dreizehn Herzenswünsche am Abend des 24.12. auf einzelne Zettel geschrieben. In jeder Raunacht ( 1. Nacht vom 24.12. auf den 25.12.) wird ein Wunsch dem Feuer oder dem Rauch übergeben, als Zeichen des Vertrauens, dass diese Bitte abgegeben werden darf. Der dreizehnte Wunsch bleibt übrig und erinnert daran, dass dieser Wunsch in der eigenen Verantwortung liegt und im kommenden Jahr aktiv gelebt werden will.


Ein paar Worte zum Abschluss
Das Julfest lädt uns ein, bewusst innezuhalten, das vergangene Jahr zu verabschieden und das neue Licht willkommen zu heißen. Diese stille, magische Zeit ist nicht nur für uns Menschen bedeutsam, sondern auch für unsere Tiere. Sie spüren die Energien der Wintersonnenwende und die besondere Kraft der Raunächte.
Als Tierheilpraktikerin begleite ich dich und deinen Hund gern dabei, diese besondere Jahreszeit achtsam zu gestalten, Rituale sicher einzuführen und die Verbindung zu deinem Tier zu vertiefen. Egal ob es um die Vorbereitung auf die Raunächte, sanfte Energiearbeit oder naturheilkundliche Unterstützung geht – gemeinsam finden wir Wege, die für euch stimmig sind.
Wenn du Fragen hast oder eine individuelle Beratung wünschst, melde dich gerne direkt bei mir. So könnt ihr diese besondere Zeit des Jahres bewusst erleben, Schutz, Ruhe und Licht in euer Zuhause einladen und die Magie des Julfestes gemeinsam spüren.

 

Magische Grüße, Annika